Feige Preissteigerungen

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ein Lieferant – ohne vorherige Ankündigung – höhere Preise berechnet?

 

 

 

 

Es gibt tatsächlich Lieferanten, die nicht nach dem alten Kaufmanns-Grundsatz: „Es werden nur vorher ausgehandelte Konditionen berechnet.“ handeln. Taucht in der Auftragsbestätigung oder sogar erst in der Rechnung unangekündigt ein höherer Preis auf, gehen Sie am besten wie folgt vor:

 

 

 

Bei neuen Preisen und Konditionen in der Auftragsbestätigung

 

 

 

1. Widersprechen Sie schriftlich dem höheren Preis und verlangen Sie eine neue Auftragsbestätigung über die vereinbarten Konditionen.

 

 

 

Geben Sie dem Lieferanten in diesem Fax oder E-Mail zusätzlich den Hinweis, dass Sie Rechnungen mit höheren Preisen kürzen werden.

 

 

2. Erhalten Sie keine neue Auftragsbestätigung mit den alten Preisen, warten Sie die Rechnung ab und kontrollieren, was der Lieferant berechnet hat. Bei höheren Preisen kürzen Sie ohne Vorankündigung die Rechnung.

 

 

 

3. Ruft der Lieferant aufgrund Ihres Widerspruchs an, ist es taktisch klug, sich nicht auf die Diskussion über die Gründe oder die Notwendigkeit der - vom Lieferanten so verdeckt angekündigten - Preiserhöhung einzulassen. Fragen Sie in dieser Situation also keinesfalls nach den Hintergründen. Sagen Sie dem Lieferanten, dass Sie weiterhin davon ausgehen, dass die alten Konditionen gelten. Will er sich mit Ihnen treffen oder gleich am Telefon darüber sprechen, schieben Sie den Termin dafür (auch für ein neues Telefonat) möglichst weit (mehrere Wochen/Monate) in die Zukunft.

 

 

 

 

Bei neuen Preisen und Konditionen in der Rechnung

 

 

 

  1. Sie kürzen die Rechnung - ohne Ankündigung -, um die Differenz zum alten Preis und bezahlen pünktlich.

     

  2. Entweder ist die Sache damit erledigt oder der Lieferant meldet sich bei Ihnen. Wichtig: Die Buchhaltung muss Anrufe von Lieferanten sofort zu Ihnen durchstellen. Wenn Sie den Verkäufer am Telefon haben, weisen Sie ihn auf den oben erwähnten kaufmännischen Grundsatz hin. Fragen Sie ihn, wie Sie sein Verhalten – also die unangekündigte (feige) Preiserhöhung – interpretieren sollen. Sie können ihn auch fragen, ob er nur bei Ihnen so vorgeht oder bei allen Kunden. Fragen sind hier das beste Mittel der Wahl. Eine schöne Frage ist auch diese: „Lieber Herr Verkäufer, was würden Sie denken und tun, wenn ein Kunde von Ihnen einfach, ohne ersichtlichen Grund den Rechnungspreis kürzt?“

     

  3. Die meisten Verkäufer werden sich entschuldigen und den Grund für diese „Panne“ auf die EDV, den Azubi oder einen sonstigen Umstand schieben. Sie können nicht kontrollieren, was stimmt. Legen Sie stattdessen dem Lieferanten eine kurze schriftliche Klausel vor und bitten Sie ihn diese zu unterschreiben, damit die Spielregeln für zukünftige Geschäfte eindeutig geklärt sind. Praxis-Beispiel: „Die Firma ... verpflichtet sich, Preisänderungswünsche mindestens 3 Monate vor dem geplanten Erhöhungstermin schriftlich und in der vorgesehenen Höhe dem Einkauf mitzuteilen.“ Es ist oft gar nicht so wichtig, dass der Verkäufer diese Klausel sofort unterschreibt. (Schicken Sie ihn damit zu seinem Chef.) Durch diese Vorgehensweise machen Sie ihm unmissverständlich klar, dass Sie nicht zu den Einkäufern gehören, die sich alles bieten lassen und auf billige Verkäufertricks hereinfallen.

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