Lieferantenpreis-Analyse

 

Die Lieferantenpreis- oder Produktkostenanalyse zählt zum großen 1 x 1 des Einkaufs.

 

Sie dient im ersten Schritt dazu Preiserhöhungen von Lieferanten abzuwehren und im zweiten Schritt dazu einmalig oder sogar fortlaufend (siehe Pkw- und Lkw-Hersteller) über mehrere Jahre Kostensenkungen zu erzielen.

 

Tatsächlich erreichte Einsparungen werden mit dem Lieferanten geteilt. In welchem Verhältnis dies geschieht ist Verhandlungssache und natürlich auch abhängig von der Position des Einkaufs gegenüber seinen Lieferanten.

 

Hier ein paar Praxisbeispiele aus der Nutzfahrzeugindustrie:

 

 - 1/3 der Einsparung für den Lieferanten, 2/3 für den Einkauf (Kunden)

 

 

- 50 % der Einsparung für den Lieferanten, 50 % für den Einkauf (Kunden)

 

- 50 % der Einsparung für den Lieferanten im ersten Jahr, 50 % für den Einkauf im ersten 

Jahr, danach 100 % für den Einkauf

 

- 40 % der Einsparung für den Lieferanten, 60 % für den Einkauf

 

Preis- und Kostenanalyse (PKA) ist heute Standard bei Zulieferteilen und Baugruppen. Die Höhe des Einkaufsvolumens eines Produkts entscheidet darüber, ob die PKA überhaupt sinnvoll und Erfolg versprechend ist.

 

Das Ziel ist der „Gläserne Lieferant“. Der Einkauf kennt die Herstellungskosten seiner Lieferanten aufgeteilt nach Einzelkosten.

 

Der gesamte Produktionsprozess beim Lieferanten mit all seinen Bestandteilen ist dem Einkäufer bekannt und wird durchleuchtet:

 

- Fertigungsmaschinen

 

- Maschinenstundensätze (Maschinenkosten)

 

- Produktionszeiten

 

- Mitarbeitereinsatz und Lohnkosten

 

- Nebenkosten

 

 

Die PKA teilt sich in 2 Bereiche:

 

 

Produktabhängige Fakten

 

- Kosten für Rohstoffe und Material

 

- Werkzeugkosten

 

 

Lieferantenabhängige Fakten

 

- Lieferanteninformationen

 

- Energiekosten

 

- Maschinenkosten

 

- Lohnkosten

 

- Abteilungskosten

 

- Investitions- und Abschreibungsparameter

 

- Frachtkosten

 

- Gewinn

 

 

Die 3 häufigsten Gründe, warum die PKA in vielen Einkaufsabteilungen noch nicht eingesetzt wird:

 

- Die Einkäufer sind für die PKA nicht ausgebildet.

 

- Die personellen Kapazitäten reichen nicht aus.

 

- Es fehlt die Software für die PKA.

 

Workshop-Tipp: Professionelles Handwerkszeug rund um das Thema „Preissteigerungen“ erhalten Sie im Praxis-Workshop "Preiserhöhungen wirksam abwehren und erfolgreich vorbeugen".